Ars vivendi – die etwas fragwürdige Lebenskunst

Der Name Ars Vivendi – zu Deutsch Lebenskunst – klingt vielversprechend, vor allem, wenn es sich um einen Italiener handelt. Mit entsprechend hohen Erwartungen betreten wir an einem Freitagmittag das Lokal in der Holsteinischen Straße in Wilmersdorf. Die Einrichtung ist unprätentiös, an rotkarierten Tischdecken sitzen einige Zeitung lesende Herren, Paare und andere Gäste, bei denen es sich offensichtlich überwiegend um Stammkunden handelt. Blickfang ist die opulente Vitrine, die das Repertoire der Küche zur Schau stellt: eine große Auswahl an Antipasti, Käse- und Wurstspezialitäten und das, was das Ars Vivendi besonders auszeichnet – die hausgemachte Pasta. Ob Spaghetti, Tagliatelle, Ravioli mit Ricotta- und Steinpilz- oder Zucchini-Füllung – alles wird an Ort und Stelle gemacht. Davon zeugt eine entsprechende Maschine im Nebenraum, die der Wirt auch zeitweise betätigt. Soweit wirkt alles einladend. Und auch die überschaubaren Tafel mit den Tagesgerichten – eine>>   read more / weiterlesen

Share

Sudaka – lieber Sudoku…

Nicht nur das Oberhaupt der Katholischen Kirche stammt aus Buenos Aires, sondern auch der Chef eines – noch relativ – neuen, aber schon ordentlich gehypten Restaurants in Berlin-Schöneberg: Eduardo Andrés Lopez, der sich in den letzten Jahren in Portugal und Berlin den nicht ganz unprätentiösen Koch-Künstlernamen Chakall gemacht hat. Und wie der Papst ist er an einer besonderen Kopfbedeckung zu erkennen – dem Turban, der offensichtlich das Kosmopolitische an seiner Vita unterstreichen soll. Sein Lokal in der Goltzstraße hat Chakall augenzwinkernd Sudaka genannt, was im Spanischen die abschätzige Bezeichnung für einen Südamerikaner ist und in etwa unserem Kanacke entspricht. Hier steht es für einen Crossover der lateinamerikanischen Küchen von Feuerland bis zum Machu Picchu.

Der scheint gut anzukommen. Am Wochenende bleibt hier in den großzügigen Räumlichkeiten mit den unverputzten Ziegelsteinen kein Tisch frei, ohne Reservierung geht gar nichts. Ganz anders am Montag,>>   read more / weiterlesen

Share

Lavanderia Vecchia – Frisch gestärkt in Neukölln

Die Flughafenstraße ist eine verkehrsreiche Straße in Neukölln, kein gemütlicher Ort. Kleingewerbe ist hier zuhause, und es sieht auch eher nach Arbeit aus, als wir in den zweiten Hinterhof kommen und das Lokal betreten. Ob draußen im Eingangsbereich oder drinnen – überall baumeln Wäschestücke von der Decke, karierte Küchenhandtücher und weiße, altmodisch bestickte Tischdecken – als hätte sie gerade jemand zum Trocknen auf die Leine gehängt. Wie das wohl in früheren Zeiten in der Lavanderia Vecchia, der alten Wäscherei, auch oft genug geschah. Doch macht sich das erstaunlich gut als Dekoration in dem rohverputzten Raum mit den Wänden aus Ziegelsteinen, der ansonsten mit den Holztischen (ohne Tischdecken!) allzu viel Werkstattcharakter hätte. Unkonventionell wie die Räumlichkeiten ist das Konzept der Küche: Noch bevor man sich einen Platz gesucht hat, muss man am Eingang Speis und Trank bezahlen und es stellt sich die Frage: Soll es das ganze Mittagsmenü mit drei>>   read more / weiterlesen

Share