Ars vivendi – die etwas fragwürdige Lebenskunst

Der Name Ars Vivendi – zu Deutsch Lebenskunst – klingt vielversprechend, vor allem, wenn es sich um einen Italiener handelt. Mit entsprechend hohen Erwartungen betreten wir an einem Freitagmittag das Lokal in der Holsteinischen Straße in Wilmersdorf. Die Einrichtung ist unprätentiös, an rotkarierten Tischdecken sitzen einige Zeitung lesende Herren, Paare und andere Gäste, bei denen es sich offensichtlich überwiegend um Stammkunden handelt. Blickfang ist die opulente Vitrine, die das Repertoire der Küche zur Schau stellt: eine große Auswahl an Antipasti, Käse- und Wurstspezialitäten und das, was das Ars Vivendi besonders auszeichnet – die hausgemachte Pasta. Ob Spaghetti, Tagliatelle, Ravioli mit Ricotta- und Steinpilz- oder Zucchini-Füllung – alles wird an Ort und Stelle gemacht. Davon zeugt eine entsprechende Maschine im Nebenraum, die der Wirt auch zeitweise betätigt. Soweit wirkt alles einladend. Und auch die überschaubaren Tafel mit den Tagesgerichten – eine>>   read more / weiterlesen

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Toca Rouge – Enttäuschung gefällig?

Total gehypt und überbewertet. Das Interieur ist extravagant, ja, aber mehr auch nicht. Die Tische sind klein, zu zweit mehrere Vorspeisen probieren, würde ein Platzproblem bedeuten. Ausserdem sähe man teilweise nix mehr, da die LED Lampe nur sehr gezielt einen Kegel Licht auf den Tisch wirft – groß genug für 2 Teller und 2 Gläser. Die Speisen haben lustige Namen wie Making Sense, Seven Seconds, Mao’s Darling, A Better Tomorrow… Wir probieren Pretty Woman, Kohlrabi und Streifen vom Huhn in Honig Fisch Sauce, was sich als sehr langweilig schmeckend entpuppt, gäbe es nicht 3-4 Chilistückchen dazwischen. Mein Bruder isst Spider Beef, Roastbeef in scharfer Koriandersauce, was o.k. ist, als Hauptgericht gibt’s Long Life, Mandarinnudeln mit zu kurz frittierten Hühnchenstücken und einer zu sauren Sesam-Knoblauch Sauce und Chop Chop, so klein gefitzeltes Lamm, dass man das unter all der Minzsauce nicht mehr schmecken kann. Nee Leute, so nicht. Dann wird es halt>>   read more / weiterlesen

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Sudaka – lieber Sudoku…

Nicht nur das Oberhaupt der Katholischen Kirche stammt aus Buenos Aires, sondern auch der Chef eines – noch relativ – neuen, aber schon ordentlich gehypten Restaurants in Berlin-Schöneberg: Eduardo Andrés Lopez, der sich in den letzten Jahren in Portugal und Berlin den nicht ganz unprätentiösen Koch-Künstlernamen Chakall gemacht hat. Und wie der Papst ist er an einer besonderen Kopfbedeckung zu erkennen – dem Turban, der offensichtlich das Kosmopolitische an seiner Vita unterstreichen soll. Sein Lokal in der Goltzstraße hat Chakall augenzwinkernd Sudaka genannt, was im Spanischen die abschätzige Bezeichnung für einen Südamerikaner ist und in etwa unserem Kanacke entspricht. Hier steht es für einen Crossover der lateinamerikanischen Küchen von Feuerland bis zum Machu Picchu.

Der scheint gut anzukommen. Am Wochenende bleibt hier in den großzügigen Räumlichkeiten mit den unverputzten Ziegelsteinen kein Tisch frei, ohne Reservierung geht gar nichts. Ganz anders am Montag,>>   read more / weiterlesen

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Lavanderia Vecchia – Frisch gestärkt in Neukölln

Die Flughafenstraße ist eine verkehrsreiche Straße in Neukölln, kein gemütlicher Ort. Kleingewerbe ist hier zuhause, und es sieht auch eher nach Arbeit aus, als wir in den zweiten Hinterhof kommen und das Lokal betreten. Ob draußen im Eingangsbereich oder drinnen – überall baumeln Wäschestücke von der Decke, karierte Küchenhandtücher und weiße, altmodisch bestickte Tischdecken – als hätte sie gerade jemand zum Trocknen auf die Leine gehängt. Wie das wohl in früheren Zeiten in der Lavanderia Vecchia, der alten Wäscherei, auch oft genug geschah. Doch macht sich das erstaunlich gut als Dekoration in dem rohverputzten Raum mit den Wänden aus Ziegelsteinen, der ansonsten mit den Holztischen (ohne Tischdecken!) allzu viel Werkstattcharakter hätte. Unkonventionell wie die Räumlichkeiten ist das Konzept der Küche: Noch bevor man sich einen Platz gesucht hat, muss man am Eingang Speis und Trank bezahlen und es stellt sich die Frage: Soll es das ganze Mittagsmenü mit drei>>   read more / weiterlesen

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Taverna Ousies – Καλωσόρισμα

Waren Sie schon mal in Griechenland? Dann wissen Sie wovon ich spreche. Wollen Sie mal nach Griechenland? Nein? Lassen Sie sich nicht von den aktuellen politischen Diskussionen abhalten, fahren Sie hin! Es ist ein wunderbares Land mit warmherzigen Menschen und großartiger Küche. In den 60er und 70er Jahren wurde eine neue Art des Ausgehens populär. Freunde trafen sich auf einen Ouzo oder ein Glas Wein und aßen dazu Kleinigkeiten, meze. Heutzutage gibt es überall meze. Einige Kleinigkeiten können schnell ein ganzes Essen ersetzen und hier im Ousies gibt es unglaubliche 119 verschiedene: Vegetarisch, Fisch, Fleisch, gekocht, gebraten, gegrillt, gedünstet, roh… Dazu gibt es eine kleine Liste sehr guter griechischer Weine. Ich liebe hier das choriatiki (griechischer Salat), saganaki (gebratener Käse), spanakokeftedes (Spinatomelett), kolokithokeftedes (Zucchinibällchen)… und viele mehr. Sie sollten einen Tisch reservieren und ich empfehle im vorderen Raum am Fenster,>>   read more / weiterlesen

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Bar Raval – Barcelona trifft Berlin

Eine gute Tapas Bar in Berlin zu finden ist gar nicht so einfach, aber im Raval wird man fündig. Die Karte umfasst die traditionellen Favoriten wie patatas bravas (Kartoffeln mit scharfer Sauce),  pimientos de padron (kleine grüne, zum Teil höllisch scharfe Paprika mit Salz), tortilla española (span. Kartoffelomelett) bis hin zu eigenen Kreationen wie tataki vom iberischen Schwein, Avocado-Tomaten-Champignon Sala, Gazpacho mit Melone und viele, viele mehr abhängig von der Saison . Nicht saisonabhängig ist die Paella. Jeden ersten Montag im Monat bringt der valencianische Koch diese auf den Tisch des Hauses.

Zum guten Essen gehört gutes Trinken. Weine und Cavas aus ganz Spanien stehen auf der Karte. Das Raval ist trendy und chic, ebenso ist das Klientel. Also: Bitte aufhübschen, meine Damen und Herren.

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Bar Raval barraval.de
Lübbener Str. 1 / Kreuzberg
U 1 Görlitzer Bahnhof

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Haifisch Bar – ein Kreuzberger Klassiker

Hier muss man ein bisschen mutig sein, um Reinzugehen, denn von Aussen sieht man nicht was sich hinter dem Eingang verbirgt. Das ist auch so gewünscht. Ungesehen Cocktails trinken in intimer ‚laisser faire’ Atmosphäre. Die Bedienung ist freundlich, die Drinks sind o.k., so auch die Preise und – Rauchen ist erlaubt. Was kann man sich mehr wünschen, als den nächsten Drink?

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Haifisch Bar haifischbar-berlin.de
Arndtstr. 25 / Kreuzberg
U 7 Mehringdamm/Gneisenaustrasse

Für die Basis bevor die Cocktails kommen: Restaurant Grünfisch

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Grünfisch – kein bisschen fischig

Eines meiner Lieblingsitaliener ist umgezogen, aber Kreuzberger geblieben. Vom touristenumtosten Bergmannkiez in den angesagten Gräfekiez. Das Inhaber Duo sind ein Italiener – der in der Küche das Zepter schwingt – und ein Vietnamese, verantwortlich für den reibungslosen Ablauf und die Wohlfühlatmosphäre im Restaurant. Eine perfekte Kombination die auch auf der Speisekarte ihre Spuren hinterlässt. Moderne italienische Küche mit sizilianischen Wurzeln und asiatischen Einflüssen. Man sollte mit den ‚sizilianischen Antipasti’ starten. Arrangiert wie ein Gemälde liegen auf dem Teller delikat ummantelter Ziegenkäse, hauchdünner marinierter Tintenfisch, mit Pilzen gefüllte Reisbällchen, Bresaola mit Auberginencreme, Scampis und mehr… Nicht das, was man sonst unter Antipasti versteht, oder? Auf der Karte stehen feiner Fisch, leckere hausgemachte Pasta, perfekt zubereitete Fleischvariationen und köstliche Desserts. Die Gänge der vorgeschlagenen Menues sind in perfekter>>   read more / weiterlesen

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Engelbecken – Alpenküche für Flachländer

Seit vielen Jahren geniesst das Engelbecken einen guten Ruf. Über ein Jahrzehnt ist es her, dass es von Kreuzberg nach Charlottenburg umgezogen ist und hat seitdem die kritische und mit Komplimenten nicht so leichtfertige Klientel am Lietzensee dazu bringen können ein leises Loblied zu singen.

Leise, damit es nicht zu weit trägt. Sehr lauter Applaus könnte dazu führen, das es noch schwieriger wird seinen Lieblingslatz zu erhaschen. Am Ab nachmittags füllt es sich mit Gästen die ein gutes Stück hausgemachten Kuchen mögen und dazu draussen auf der Terrasse sitzen, oder Innen unter einem der modernen Bilder, welche die Chefköchin selbst gemalt hat. Mehr Abwechslung für’s Auge braucht es auch nicht. Die Tische sind aus hellem Holz, mit wenig Dekor, denn sind erst einmal die Speisen auf dem Tisch, ist es mit dem umhergucken sowieso vorbei. Die Bedienung ist sehr professionell, alle über 30, was angenehm ist, wenn man selbst kein Teen mehr ist. Die Küchen ist ein alpenländischer>>   read more / weiterlesen

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Landauer – typisch deutsch

Abseits der Touristenströme liegt das ‚Landauer‘. Eine Oase für all diejenigen die mal wieder authentisch deutsche Küche geniessen wollen, ohne irgendeinen ‚Fusion‘ Einfluss. Fisch, über Fleisch zu Geflügel, z.B. Sylter Matjesfilet, Schwäbische Maultaschen, Käsespätzle, Schweinemedaillons, Schnitzel, ab Herbst Wild und und und. Rezeptetechnisch einmal quer durchs Land und auch für Vegetarier findet sich einiges auf der Karte. Das Interieur gediegen mit viel Holz und dem – in alten deutschen Lokalen so beliebten – Teppichboden. Acht Biere vom Fass, eine große Weinauswahl, Schnäpse für davor und danach…
Der freundliche und flotte Service macht den Abend rund. Auf nach Wilmersdorf!

€€

Landauer gasthaus-landauer.de
Landauer Str. 8 / Wilmersdorf
U4 Rüdesheimer Platz

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